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Mineralwasser-Verband wirft Stiftung Warentest „Desinformation“ und Irreführung vor

Der Chef vom Verband deutscher Mineralbrunnen (VDM) hat sich äußerst kritisch über Stiftung Warentest geäußert. Im staatlichen Auftrag und gefördert mit Steuermitteln untersucht und vergleicht die Stiftung Waren und Dienstleistungen verschiedener Anbieter. Angeblich würde Stiftung Warentest die Verbraucher in die Irre führen und „Desinformation billigend in Kauf“ nehmen, zitiert die WELT den VDM-Chef Karl Tack.

Wie vertrauenswürdig ist Stiftung Warentest wirklich? Im Juni 2019 untersuchten Mitarbeiter der Stiftung 32 stille Mineralwässer und Proben von Leitungswasser. Weniger als jedes zweite Mineralwasser wurde für „Gut“ befunden. Die Hälfte der Wässer sei „mit Keimen oder nennenswert mit kritischen Stoffen belastet oder mit Spuren aus Landwirtschaft und Industrie verunreinigt“, behaupteten die Warentester.

 

wikkimedia.org / Bautsch

Daraufhin gab der Verband deutscher Mineralbrunnen (VDM) eine eigene Untersuchung beim renommierten Fresenius-Institut in Auftrag. Dabei kam heraus, dass in den jeweiligen Tests von stillem Mineral- und Leitungswasser unterschiedliche Prüfverfahren zum Einsatz gekommen sind. Die Keimbelastung von Leitungswasser in Privathaushalten sei in Wirklichkeit im Schnitt höher als die von Mineralwässern. „Die Berichterstattung in Heft 7/2019 täuscht dem schnellen Leser eine Vergleichbarkeit vor, die in dieser Form nicht vorhanden ist“, zitiert die WELT das Gutachten von Bernhard Heidel, Professor für Marketingforschung und Statistik an der Hochschule RheinMain.

 

Stiftung Warentest hat zwar die Kritik der fehlenden Objektivität zurückgewiesen, doch gleichzeitig bestätigt, dass Mineralwasser und Leitungswasser nach unterschiedlichen Kriterien untersucht wird. Beim Leitungswasser sei es darum gegangen, die Qualität der Wasserversorger zu testen, unabhängig von individuellen Unterschieden, die durch Hausleitungen oder verunreinigte Wasserhähne im einzelnen Haushalt entstehen können.

 

Beim Leitungswasser wurde keine ausführliche mikrobiologische Analyse möglicher Keimbelastungen sowie ein geschmacklicher Sensorik-Test durchgeführt, heißt es in dem Gutachten von Bernhard Heidel. Auch die verwendeten Stichproben seien nicht repräsentativ.

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